Der Börsen-TagInflationsraten von über vier Prozent im Sommer möglich
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die EZB auf etwaige Zinserhöhungen zusteuern. "Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden", sagte er dem "Handelsblatt" und fügte an: "Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert." Der deutsche Notenbankchef verwies auf gestiegene Inflationserwartungen: "Und selbst bei einem baldigen Kriegsende könnte die Inflationsrate deutlich länger erhöht bleiben, als wir noch vor Wochen dachten." Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs haben die deutsche Inflation im April bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Unter den gegenwärtigen Bedingungen dürfte hierzulande im Durchschnitt für 2026 eine Teuerungsrate von etwa 2,7 Prozent herauskommen, sagte Nagel. In einzelnen Monaten werde man möglicherweise Werte über drei Prozent sehen. Es sei auch nicht auszuschließen, dass es heftiger werden könne und im Sommer Inflationsraten von über vier Prozent drohten.