Der Börsen-TagInsider: Deutliche Drosselung der Ölförderung
Das Ölkartell OPEC+ hat sich Insidern zufolge ungeachtet der Sorgen über eine durch hohe Energiepreise ausgelöste weltweite Rezession auf eine gedrosselte Förderung verständigt. Die Kürzungen sollen bei zwei Millionen Barrel pro Tag liegen, sagen Insider. Eine offizielle Bekanntgabe könnte noch im Tagesverlauf nach Ende der Opec-Sitzung erfolgen. Mit der Maßnahme reagiert das erweiterte Kartell, zu dem auch Russland gehört, auf die gesunkenen Ölpreise. Diese waren wegen der Angst vor einer globalen Rezession, dem starken Dollar und steigenden Zinsen zuletzt auf etwa 90 Dollar je Barrel gefallen, nachdem sie vor drei Monaten noch bei 120 Dollar lagen.
Die US-Regierung von Präsident Joe Biden machte Insidern zufolge Druck auf die OPEC+, auf eine Drosselung zu verzichten. "Höhere Ölpreise, wenn sie durch beträchtliche Produktionskürzungen angetrieben werden, würden die Biden-Regierung vor den US-Zwischenwahlen wahrscheinlich verärgern", schrieben die Analysten der Citi. "Es könnte weitere politische Reaktionen aus den USA geben, einschließlich zusätzlicher Freisetzungen von strategischen Vorräten." Auch die Experten von JP Morgan schließen nicht aus, dass Washington durch die Freigabe weiterer Ölvorräte Gegenmaßnahmen ergreifen werde.
Brent Rohöl