Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIran verhandlungsbereit – Asien-Anleger auf der Hut

02.03.2026, 08:59 Uhr

Die Angriffe der USA und Israels gegen den Iran sorgen zu Wochenbeginn für teils kräftige Abgaben an den ostasiatischen Aktienmärkten. Im Gegenzug legen die Ölpreise stark zu und die Anleger schichten verstärkt in "sichere Häfen" wie Gold um. Die deutlichsten Abgaben verzeichnen die Börsen in Hongkong und Tokio, wo es für den Hang-Seng-Index und den Nikkei um jeweils 1,6 Prozent abwärts geht. In Hongkong belasten zusätzlich Abgaben bei den Technologie-Werten.

Der Iran möchte nach Aussage von US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den USA wieder aufnehmen, nur einen Tag nach der Tötung des islamistischen Regime-Führers Ayatollah Ali Khamenei. "Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt zu reden, also werde ich mit ihnen sprechen", sagte Trump dem US-Politikmagazin The Atlantic. Trump nannte aber keinen Zeitplan für Gespräche, gab allerdings an, dass einige der iranischen Offiziellen, die zuvor an Gesprächen mit den USA beteiligt waren, nun tot sind.

Besonders deutlich fällt die Reaktion auf die Angriffe gegen den Iran am Ölmarkt aus. Die Preise für Brent und WTI legen um jeweils 6,2 Prozent zu. In der Spitze waren es auch schon knapp 10 Prozent. Die Ölpreise könnten kurzfristig weiter steigen, so Norbert Rucker von Julius Bär. Die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Weltwirtschaft hingen vom Öl- und Gasfluss durch die Straße von Hormus ab, so der Leiter für Volkswirtschaft und Next Generation Research. "In den kommenden Wochen ist unser Basisszenario das übliche Muster eines kurzlebigen, aber diesmal intensiveren Öl- und Gaspreisanstiegs", so Rucker.

Der Shanghai Composite zeigt sich wenig verändert. Die Angriffe der USA und Israel auf den Iran könnten für China "ein größeres Problem" darstellen als die US-Operationen in Venezuela, so die Natixis-Ökonomin Alicia Garcia Herrero. Das Risiko für Chinas Energiesicherheit sei erheblich größer, da China mehr Öl aus dem Iran als aus Venezuela importiere, merkt sie an. Zudem habe der Iran verbilligtes Rohöl geliefert, das die US-Sanktionen umgehe.

Quelle: ntv.de