Der Börsen-TagIst die KI-Party vorbei?
Mit kräftigem Kursdruck rechnen Händler an Europas Börsen. Beim DAX werden zum Start Kurse um 18.250 erwartet. Dabei sei der Kurseinbruch der Tech-Werte nur die plakativste Belastung für die Märkte. Ein noch größeres Problem sehen Strategen in dem überraschenden Anstieg des Einkaufsmanager-Index (PMI) für den Service-Bereich in den USA. Dieser für den US-Arbeitsmarkt wichtigste Indikator stieg sogar entgegen der Erwartung auf 56,0 Punkte. Der Markt hatte mit einem Rückgang gerechnet. Damit werden Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen durch die US-Notenbank zunichtegemacht.
"Tech-Werte wurden in den USA dadurch doppelt in die Zange genommen", kommentiert ein Händler. Sie hätten mit den schwindenden Zinshoffnungen Druck auf ihre extrem hohen Aktienbewertungen bekommen. Dazu sei gleichzeitig Druck auf Unternehmensebene mit den Quartalszahlen von Tesla und Alphabet aufgekommen. Dies habe dazu geführt, dass bei allen Tech-Werten die Reißleine gezogen wurde: Unter anderem brachen Nvidia und Broadcom um die 7 Prozent ein, AMD und Qualcomm um rund 6 Prozent und Microsoft fast 4 Prozent.
Dazu muss Europa mit einer Zahlenflut kämpfen: Bei den Großunternehmen gibt es unter anderem Zahlen von Renault, Stellantis, TotalEnergies, EssilorLuxottica, Saint-Gobain, Vivendi, Vinci, Nestle, Air France-KLM, Roche, Hermes, Anglo American, Astrazeneca, Unilever, Centrica, Euronext, STMicroelectronics, Siltronic, BT Group und Vodafone.