Der Börsen-Tag"Klares Signal, dass das Konjunkturtief hinter uns liegt"
Hier einige Stimmen zum gestiegenen Ifo-Index:
Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank: "Der sechste Anstieg in Folge beim Ifo-Geschäftsklima ist ein klares Signal, dass das Konjunkturtief hinter uns liegt. Von nun an dürfte sich die deutsche Wirtschaft erholen – nicht wegen besserer Rahmenbedingungen für die Unternehmen, sondern vor allem wegen des riesigen Finanzpakets der Regierung und der Zinssenkungen der EZB. Für 2026 erwarten wir ein Wachstum von 1,4 Prozent."
Alexander Krüger, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank: "Es liegt offen auf der Hand, dass die Ereignisse in Nahost auf der Stimmung gelastet haben. Die aktuelle Lagebeurteilung bleibt auch deshalb im Keller. Trotz schwieriger Geopolitik nimmt die Zuversicht für die künftige Geschäftsentwicklung aber zu. Dazu trägt sicherlich auch der wachsende Auftragsbestand in der Industrie bei. Unternehmen dürften sich derzeit auf die ab Herbst aufziehende Fiskal-Bazooka vorbereiten. Nach dem Motto 'Es wird schon' sind Sorgen vor einer Zolleskalation aktuell gering. Hier besteht aber das größte Rückschlagpotenzial, wenn es anders kommt. Eine echte Stimmungswende besteht erst, wenn sich bessere Erwartungen entsprechend in der Lageverbesserung zeigen."
Jens-Oliver Niklasch, Ökonom LBBW: "Die Verbesserung der Frühindikatoren setzt sich fort. Dass sie zunächst von der Aufhellung der Erwartungen leben, ist dabei nicht ungewöhnlich. Aktuell gibt es ja auch gute Gründe für vorsichtige Zuversicht: Die Geldpolitik stützt, die Fiskalpolitik expandiert und in Sachen Außenhandel besteht zumindest die Möglichkeit, dass sich die EU mit den USA auf eine deutlich entschärfte Zollpolitik einigt. Das Störfeuer im Mittleren Osten dürfte dabei den Trend aufwärts nicht brechen. Das größte Einzelrisiko für die Konjunktur scheint derzeit die Handelspolitik in den USA zu sein. Sollte es von dort wieder schlechte Nachrichten geben, würden die Erwartungen vermutlich wieder scharf abwärts korrigieren."