Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagKonflikte programmiert: Es wird wieder volatil

21.01.2025, 07:30 Uhr

Mit einem vorsichtigen Handelsstart in Europa rechnen Händler. Die Märkte müssten zunächst die Aussagen zur Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident verdauen. In Asien zeigten sich leichte Entspannungszeichen, da noch keine extremen Zollmaßnahmen angekündigt wurden. Mit Spannung wird dann auf die weiteren Reaktionen der US-Börsen am Nachmittag gewartet. Gestern war es zu volatilen Ausschlägen bei Aktien und Bonds gekommen, zum Schluss zeigten sich die Märkte jedoch relativ unverändert. Trump hatte wie erwartet in den Stunden nach Amtseintritt bereits viele Erlasse unter Umgehung demokratischer Diskussionen in Senat und Repräsentantenhaus unterzeichnet.

Trump machte unverblümt klar, dass die USA auf Kosten anderer Länder wachsen sollen. Importzölle sollen den Wohlstand der US-Bürger mehren, fossile Energie ins Ausland exportiert werden. Die bisherige, "grüne" Klimapolitik soll beendet werden. Die internationale Zusammenarbeit will er zusammenstreichen, wie der angekündigte Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Pariser Klimaabkommen zeigt. Per Saldo kommentierten Politikbeobachter die Trump-Rede als Grundlage für politische Konflikte in den kommenden Jahren.

Die leichte Entspannung in Asien sollte daher nicht überbewertet werden und könnte kurzlebig sein, warnen die Strategen von Nomura. Trump habe zwar keine sofortigen Zollerhöhungen angekündigt, jedoch neigten die Märkte immer wieder zu kräftigen Ausschlägen, sobald dann so etwas eingeführt werde.

Daneben wird auf die Wirtschaft geblickt. So steht in Deutschland der ZEW-Index an, der zur Stimmungslage über die deutsche Wirtschaft berichten wird. Die Erwartungen sind aber gering: Wie eine PWC-Umfrage am Vortag zeigte, herrscht bei fast allen Vorstandschefs und Firmenlenkern Optimismus vor - außer bei den befragten Managern aus Deutschland.

Quelle: ntv.de