Der Börsen-TagKonjunkturzuversicht der Börsianer steigt unerwartet deutlich
Börsianer blicken ungeachtet der langsamen Impffortschritte und der sich anbahnenden dritten Corona-Welle erneut optimistischer auf die deutsche Konjunktur. Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten stieg im März um 5,4 Punkte auf 76,6 Zähler. Das teilt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 189 Analysten und Anlegern mit. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 74,0 Zähler gerechnet. Die konjunkturelle Lage wurde ebenfalls besser bewertet.
"Der Konjunkturoptimismus steigt weiter", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse der Umfrage. Die Finanzmarktexperten gingen "von einer breit angelegten Erholung der deutschen Wirtschaft aus". Sie rechnen demnach damit, dass bis Herbst mindestens 70 Prozent der Bevölkerung ein Impfangebot erhalten werden. "Eine große Mehrheit erwartet allerdings auch eine weiter zunehmende Inflationsrate sowie höhere langfristige Zinsen", sagte Wambach.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte Experten zufolge im laufenden ersten Quartal wegen der Corona-Beschränkungen um etwa zwei Prozent sinken. Ab dem Frühjahr wird Europas größter Volkswirtschaft eine Erholung zugetraut. Im Gesamtjahr könnte es nach Prognose der Bundesregierung zu einem Wachstum von drei Prozent reichen. Das Vorkrisenniveau dürfte damit aber erst Mitte 2022 wieder erreicht werden.