Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagMachtkampf bei Thyssenkrupp

30.11.2023, 16:53 Uhr

Dem Industriekonzern Thyssenkrupp droht mitten im Umbau ein Machtkampf. Die einflussreiche Krupp-Stiftung, mit rund 21 Prozent größter Einzelaktionär, stärkt dem Vorstand um den neuen Chef Miguel Lopez den Rücken. Sie begrüße die Erweiterung des Vorstands, teilt die Stiftung mit. Das Gremium könne optimal mit dem herausfordernden Umfeld umgehen und das laufende Performanceprogramm zielgerichtet fortsetzen. Die Arbeitnehmervertreter waren auf die Barrikaden gegangen, weil die Personalien gegen ihren Willen nur dank des doppelten Stimmrechts von Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm durchgesetzt wurden.

Mit der heutigen Bestellung von zwei zusätzlichen Vorstandsmitgliedern gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der Thyssenkrupp AG findet ein Kulturbruch in der Mitbestimmung statt", erklären die Arbeitnehmervertreter. Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens seien Vorstände trotz der geschlossenen Ablehnung der Arbeitnehmerseite bestellt worden.

Thyssenkrupp wollte dies nicht kommentieren. Der Konzern hatte zuvor mitgeteilt, den Finanzchef des Mainzer Spezialglasherstellers Schott AG verpflichtet zu haben. Jens Schulte solle die Nachfolge des Thyssenkrupp-Finanzchefs Klaus Keysberg antreten. Während diese Personalie nach Angaben der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat einstimmig erfolgte, kam es bei der Bestellung zweier zusätzlicher Vorstände - Volkmar Dinstuhl für Automotive Technology und Ilse Henne für Materials Services - zum Eklat. "Diese Zäsur wird Spuren hinterlassen und dem bislang ausgewogenen und konstruktiven Dialog im Aufsichtsrat dauerhaft Schaden zufügen."

Quelle: ntv.de