Der Börsen-TagMarkt ist zutiefst verunsichert
Mit einer leichten Erholung rechnen Händler zum Handelsstart an Europas Börsen. Nach dem Kursrutsch vom Freitag dürften zunächst Absicherungen eingedeckt werden. Der DAX wird knapp über der 18.300er-Marke erwartet. Echte Kaufargumente gebe es für Aktionäre aber weiter nicht. In den USA gehörten Tech-Werte zu den Hauptverlierern, jedoch auch die ansonsten eher als sichere Häfen betrachteten Telekom- und Konsumwerte. Dies zeige einen zutiefst verunsicherten Markt, heißt es im Handel.
Die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag hatten die Hoffnungen enttäuscht, dass von ihnen klare Signale für die Fed-Politik ausgehen. Während die August-Daten im erwarteten Rahmen lagen, wurde der Vormonat aber deutlich abwärts revidiert. Gleichzeitig nahm der Lohnanstieg wieder zu. "Wirtschaftsschwäche plus steigende Preise wecken schnell Sorgen vor einer Stagflation", kommentiert ein Händler. Dies wäre die "schlechteste aller Welten". Lindsay Rosner von Goldman Sachs Asset Management betont, der Bericht vom Freitag "hat nicht klargemacht, ob die erste Zinssenkung bei 25 oder 50 Basispunkten liegen wird - eine Antwort, die der Markt zu bekommen erwartet hatte".
Ähnliches zeigt sich am Montagmorgen in Asien: Dort wurde das BIP in Japan zum zweiten Quartal nach unten revidiert und in China beschleunigte sich der Verfall der Erzeugerpreise (PPI) so stark, dass ihr Erholungstrend zu Ende sein könnte.
Wichtigstes Datum der Woche dürften daher die US-Verbraucherpreise (CPI) am Mittwoch (noch vor der EZB am Donnerstag) sein. Die Analysten der LBBW erwarten zwar einen Rückgang im Gesamtwert, die Kernrate der Inflation könne jedoch nun nach vier Monaten Rückgang stagnieren. In Europa stehen am Montag keine wichtigen Konjunkturdaten an. In Deutschland wird aber auf den Sentix-Index geblickt, der als Vorlauf-Indikator für den Ifo-Index gesehen wird.