Der Börsen-Tag"Markt jagt den Schlagzeilen hinterher"
Mit leichten Abgaben zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am letzten Handelstag der Woche. Doch erholen sich die Indizes deutlich von anfänglichen Verlusten, als die schwachen US-Vorgaben belastet hatten. Auslöser für diese Entwicklung sind Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hat die Angriffe auf den Energiesektor Irans für 10 Tage ausgesetzt, damit Friedensverhandlungen stattfinden können. Trumps bisherige Frist wäre am Freitag abgelaufen. Gleichwohl herrscht weiter Skepsis, ob es tatsächlich eine Einigung zwischen den USA und dem Iran geben wird, denn beide Seiten bleiben bislang bei ihren Maximalforderungen. Die Unsicherheit bleibt damit hoch, heißt es.
Der Kospi in Seoul verliert aktuell 0,4 Prozent, nachdem er zu Handelsbeginn noch knapp 3 Prozent im Minus gelegen hatte. Auch der Nikkei in Tokio erholt sich von anfänglichen Abgaben und liegt nur noch 0,1 Prozent im Minus. An den chinesischen Märkten geht es für den Shanghai Composite um 1,3 Prozent nach unten und der Hang-Seng-Index verliert 2,2 Prozent.
Die Ölpreise kommen leicht zurück. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent reduziert sich um 0,4 Prozent auf 107,61 Dollar. Der Markt steht den Bemühungen der USA, ein Ende des Konflikts mit dem Iran auszuhandeln, weiterhin skeptisch gegenüber. Das Säbelrasseln der vom Iran unterstützten Huthi im Jemen, die während des Krieges zwischen Israel und der Hamas die Schifffahrt im Roten Meer angegriffen haben, sei nicht hilfreich, meint Robert Yawger von Mizuho. "Die Saudis transportieren derzeit 4 Millionen Barrel pro Tag aus dem Roten Meer. Wenn das wegfällt, sind wir wieder da, wo wir angefangen haben, als 16 bis 18 Millionen Barrel ausfielen." Unterdessen "jagt der Markt den Schlagzeilen hinterher", fügt er hinzu. "Wenn Verhandlungen wahrscheinlicher erscheinen, wird der Markt nachgeben, wenn es so aussieht, als würde es sich noch viel länger hinziehen, dann steigt der Markt."