Der Börsen-TagMaterialengpässe der deutschen Industrie verschärfen sich trotz Entspannung am Golf
Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen trotz der Entspannung im Nahost-Konflikt über Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Juni hatten 17,2 Prozent der Betriebe mit Materialengpässen zu kämpfen, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Führungskräften mitteilte.
Im Mai lag der Anteil noch bei 15,9 Prozent. Die Forscher führen das auf den Iran-Krieg zurück. "Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern."
Besonders angespannt bleibt die Situation in der Chemischen Industrie. Dort berichtet fast jedes dritte Unternehmen (29,5 Prozent) von Materialengpässen. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen verschärfte sich die Lage deutlich. Der Anteil stieg hier von 25,5 auf 34,2 Prozent.