Der Börsen-TagMisstrauensantrag in Spanien: Euro und Bonds taumeln
Ein Misstrauensantrag gegen die Regierung in Spanien sorgt an den Finanzmärkten für hohe Nervosität und weckt Erinnerungen an die Euro-Schuldenkrise.
Euro / DollarKurz vor dem Wochenende gerät der Euro-Kurs unter Druck und rutscht auf ein neues Tief seit vergangenem November. Starke Kursverluste gibt es auch bei spanischen Staatsanleihen, während die Renditen im Gegenzug deutlich zulegen.
Außerdem werden auch Staatsanleihen aus Italien und Portugal verstärkt verkauft. Dafür setzen die Anleger zunehmend auf sichere deutsche Bundesanleihen.
Nachdem zuletzt die Regierungsbildung in Italien für Verunsicherung an den Finanzmärkten sorgte, kommen nun auch politische Turbulenzen in Spanien hinzu.
Im Zuge der Korruptionsaffäre der spanischen Regierungspartei PP stellte die Sozialistische Partei (PSOE), die größte Oppositionspartei des Landes, am Vormittag einen Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Die Rendite spanischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg daraufhin in der Spitze bis auf 1,49 Prozent. Zum Vergleich: Am Morgen hatte der Zinssatz nur bei 1,35 Prozent gelegen.
Einen ähnlich starken Anstieg der Renditen gab es auch bei italienischen Staatspapieren, obwohl es am Freitag keine neue Entwicklung bei der geplanten Regierungsbildung aus der Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega gab.