Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNagel: EZB wird rechtzeitig entschlossen handeln

11.03.2026, 07:37 Uhr

Angesichts der mit dem Irankrieg einhergehenden Inflationsgefahr wird die EZB laut Bundesbankchef Joachim Nagel bei Bedarf rechtzeitig reagieren, aber nichts überstürzen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es angesichts der volatilen Lage noch zu früh, um die mittel- bis langfristigen Folgen verlässlich einzuschätzen, erklärte er in einer veröffentlichten Stellungnahme gegenüber Reuters: "Daher unterstütze ich Stand heute eine beobachtende Haltung." Es gelte aber, sehr wachsam zu sein: "Sollte sich abzeichnen, dass sich die derzeitigen Energiepreisanstiege in der mittleren Frist in eine breite Verbraucherpreisinflation übersetzen, wird der EZB-Rat rechtzeitig entschlossen handeln", betonte Nagel.

Auch wenn Äußerungen aus den USA zuletzt eher Anlass zur Hoffnung gegeben hätten, habe der Konflikt im Nahen Osten die Unsicherheit in Politik und Wirtschaft nochmals erhöht: "Die Risiken für eine höhere Inflation sind gestiegen, der wirtschaftliche Ausblick hat sich eingetrübt, insbesondere durch den deutlichen Anstieg der Energiepreise." Laut Nagel wird sich der EZB-Rat die Entwicklung "sehr genau" anschauen. Man werde bei der Sitzung nächste Woche sorgfältig analysieren, wie nachhaltig die Folgen für die Inflationsentwicklung sein können. "Entscheidend wird letztlich die Dauer des Konflikts sein – sowohl für die Inflationsraten und die Inflationserwartungen als auch für die konjunkturelle Entwicklung", erklärte Nagel und fügte an: "Die Diskussionen um ein Unterschießen bei unserem Inflationsziel dürften allerdings erst einmal beendet sein."

Quelle: ntv.de