Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNahost und US-Jobmarkt behindern Dax

08.06.2026, 17:37 Uhr

Die neue Eskalation im Iran-Krieg hat zum Wochenstart auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax rauschte am Vormittag bis auf 24.427 Punkte nach unten, kam dann aber wieder zurück. Den Handel verließ der deutsche Leitindex 0,6 Prozent leichter bei 24.616 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte dagegen 0,3 Prozent höher bei 6082 Stellen. Angesichts der Nachrichtenlage hatten Händler nicht mit einem relativ stabilen Handel gerechnet. Die schlechten Nachrichten des Tages seien aber gleich am Morgen eingepreist worden, weiterer Verkaufsdruck sei nicht mehr gekommen, hieß es auf dem Parkett.

Allerdings greife der "Payroll-Schock" aus den USA direkt die extrem hohen Aktienbewertungen an, hieß es im Handel, nachdem die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA im Rahmen des US-Arbeitsmarktberichts für Mai doppelt so hoch wie erwartet ausgefallen war und Zinssenkungshoffnungen zunichtegemacht hatte. Zugleich ist die Erwartung einer US-Zinserhöhung per September auf über 38 Prozent gestiegen - verglichen mit 19,5 Prozent eine Woche zuvor.

Im Dax verloren Airbus 1,2 Prozent. Der Flugzeugbauer hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg einige Kunden über Verzögerungen bei Maschinen der A320neo-Familie informiert, die 2027 und 2028 ausgeliefert werden sollen. Im MDax sackten Lufthansa um 1,9 Prozent ab. Die weltweite Luftfahrtbranche hat ihre Gewinnprognose für 2026 wegen des Nahost-Konflikts fast halbiert. Als Gründe nannte der Verband gestiegene Treibstoffkosten und gestörte Flugkorridore.

BASF verloren 4,2 Prozent. Vorstandschef Markus Kamieth hat Analysten in ihrer Erwartung an das zweite Geschäftsquartal nach den ersten beiden Monaten bestätigt. Allerdings stehe der Juni noch aus. Auch stellte Kamieth klar, dass sich der kurzfristige starke Nachfrageanstieg als Folge des Iran-Krieges im März normalisiert habe. Auch andere Chemietitel wurden verkauft: Evonik verbilligten sich um 1,0 Prozent und Brenntag um 3,5 Prozent.

Quelle: ntv.de