Der Börsen-TagNeues Jahr, neues Glück? "Für deutsche Wirtschaft gilt das nicht"
Ein Aufschwung für die rezessionsgefährdete deutsche Wirtschaft ist dem DIW zufolge noch nicht in Sicht. Dessen Konjunkturbarometer stieg zwar im Januar um 3,6 auf 91,2 Punkte, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mitteilt. Es blieb aber trotz des zweiten Anstiegs in Folge deutlich unter der Marke von 100, die ein durchschnittliches Wachstum von Europas größter Volkswirtschaft signalisiert.
"Neues Jahr, neues Glück – zumindest für die deutsche Wirtschaft gilt das bisher nicht", sagt der Co-Leiter des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik im DIW Berlin, Timm Bönke. "Es war aber auch nicht zu erwarten, dass die Stimmung direkt eine ganz andere sein würde, dafür sind die Hemmschuhe aus den vergangenen Jahren zu groß." Ein spürbarer Aufschwung sei noch nicht in Sicht.
Die Aussichten bleiben vorerst eingetrübt. Die durch die hohe Inflation in den Jahren 2022 und 2023 erlittenen Kaufkraftverluste belasteten die privaten Haushalte nach wie vor – und damit auch die wichtigen Konsumausgaben. Der exportorientierte Teil der deutschen Wirtschaft wiederum leidet darunter, dass sich die globale Konjunktur ebenso wenig dynamisch zeige. "Die insgesamt schwache Auftragslage, die weiterhin hohen Zinsen sowie drohende erneute Lieferengpässe aufgrund der Störungen der Handelsroute durch das Rote Meer und Ausfuhrbeschränkungen strategischer Rohstoffe lassen in der nahen Zukunft keine deutlichen Wachstumsimpulse erwarten", sagte DIW-Konjunkturexpertin Laura Pagenhardt.