Der Börsen-TagÖkonomen: 12-Uhr-Tankregel lässt Gewinnmargen steigen
Die seit dem 1. April geltende Regel, wonach Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur einmal am Tag, nämlich um 12.00 Uhr, ändern dürfen, hat nach Erkenntnissen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) zu einer zusätzlichen Belastung der Verbraucher geführt. "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich", sagte Leona Jung, Autorin der Studie vom DICE. Demnach sind die Gewinnmargen sowohl bei E5 als auch bei E10 um rund sechs Cent gestiegen. Die Auswirkung auf Dieselpreise sei dagegen noch nicht eindeutig, da die internationalen Dieselnotierungen seit Kriegsbeginn sehr volatil gewesen seien.
Der Mitteilung zufolge haben vor allem kleinere Ketten und unabhängige Anbieter ihre Gewinnmargen stärker angehoben als große Tankstellenketten, die offenbar kartellrechtliche Maßnahmen fürchteten. Innerhalb Deutschlands variiert zudem die Stärke des Effekts erheblich. In Süddeutschland stiegen die Margen besonders stark - zusätzlich um bis zu 1,2 Cent pro Liter Benzin und 2,4 Cent pro Liter für Diesel.