Der Börsen-TagÖkonomen: Inflationsrate schnellt hoch
Die Belastung der deutschen Verbraucher durch die hohe Inflation hat Ökonomen zufolge im Januar deutlich zugenommen. Die Verbraucherpreise dürften einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Volkswirten von zwölf Banken zufolge um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sein. Im Dezember war die Teuerungsrate auf 8,6 Prozent gefallen, nachdem sie im November noch bei 10,0 Prozent gelegen und im Oktober mit 10,4 Prozent sogar den höchsten Stand seit mehr als 70 Jahren erreicht hatte. Einige der befragten Ökonomen halten sogar für möglich, dass die Preissteigerungsrate zu Jahresbeginn wieder zweistellig wird. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Dienstagnachmittag eine erste Schätzung dazu.
"Die deutschen Verbraucherpreise werden im Januar im Vorjahresvergleich deutlich nach oben schießen", sagen die Analysten der BayernLB voraus. Dafür sehen sie gleich mehrere Gründe. So habe das Statistikamt die Gewichtung innerhalb des Warenkorbs geändert, der zur Ermittlung der Inflationsrate herangezogen wird. "Als neues Basisjahr wurde trotz der Corona-Pandemie turnusgemäß das Jahr 2020 auserkoren, dementsprechend werden Dienstleistungen, Pauschalreisen oder Kultur deutlich an Gewicht einbüßen, während Haushaltsenergie und Waren kräftig hinzugewinnen", so die Experten. "Die Konsequenz dürfte eine deutlich höhere Teuerungsrate sein."