Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÖl bleibt länger teuer - an Europas Börsen schwindet Hoffnung aus Deeskalation am Golf

22.04.2026, 12:17 Uhr

Die europäischen Aktienmärkte sind leicht höher in den Handel gestartet - geben die Aufschläge anschließend aber wieder ab. Nach den Abschlägen am Vortag und der Schwäche der Wall Street wurde der Rücksetzer zunächst schnell wieder gekauft. Die Erholung bleibt aber fragil, eine Fortsetzung der volatilen Seitwärtsbewegung das wahrscheinlichste Szenario. Der Dax stagniert bei 24.264 Punkte, der Euro-Stoxx-50 bewegt sich ebenfalls nicht. Der Euro notiert mit 1,1758 Dollar kaum verändert.

Ein Großteil der Schwäche an den US-Börsen hatte sich bereits kurz nach der Schlussglocke umgekehrt. Als Grund nennt Analyst Michael Brown von Pepperstone den Post von US-Präsident Trump auf "Truth Social". Trump verkündete, was viele für unvermeidlich hielten - eine unbefristete Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Diese soll so lange gelten, bis die "Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind".

Für Brown scheinen die meisten öffentlichen Kommentare beider Seiten derzeit darauf abzuzielen, Verhandlungsvorteile zu erlangen, statt eine tatsächliche Eskalation zu suchen. Solange die Richtung beibehalten werde, dass der Konflikt ende, sollte das Risiko abgesichert bleiben und Aktienrücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheiten gesehen werden. Der Fokus bleibe auf der Geopolitik. Nach Börsenschluss in den USA stehen zudem die Quartalszahlen von Tesla an.

Öl bleibt länger teurer

Die Preisfindung am Öl-Terminmarkt interpretiert Portfoliostratege Thomas Altmann von QC Partners dahingehend, dass Öl noch lange teuer bleiben wird. Der Preis für unmittelbar lieferbares Rohöl der Sorte Brent liege aktuell zumindest 14 Prozent unter seinem Rekordstand im März. Für eine Lieferung in sechs Monaten sei der Preis allerdings nur um 5 Prozent zurückgegangen. Damit sei eine Öl-Lieferung mit sechs Monaten Vorlauf noch immer 43 Prozent teurer als zum Jahreswechsel. Die Energiemärkte preisten nun mehr und mehr ein, dass die Normalisierung sehr lange dauern werde.

Quelle: ntv.de