Der Börsen-TagÖlpreisschock: Was macht nun die EZB?
Trotz des Ölpreisschocks dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) weiter stillhalten und zugleich Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation signalisieren. Für die am kommenden Donnerstag anstehende Ratssitzung gehen Experten davon aus, dass die seit Mitte vorigen Jahres andauernde Zinspause anhält. Zwar dürfte die EZB ihren Einlagensatz nunmehr bei 2,0 Prozent belassen. Aber viele Experten halten eine Zinserhöhung im Sommer für wahrscheinlich. Der seit Ende Februar tobende Irankrieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefin Christine Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten.
Und auch Bundesbankchef Joachim Nagel betonte, dass die EZB keine neue Inflationswelle zulassen werde. Mit dem Zinsbeschluss stehen auch aktualisierte Projektionen der EZB-Fachleute zu den Wachstumsaussichten und zum Inflationsausblick im Euroraum an. Die Prognosen sind angesichts der starken Schwankungen am Energiemarkt eine heikle Sache. EZB-Vizechef Luis de Guindos gab die Devise aus, man müsse mit verschiedenen Szenarien arbeiten.