Der Börsen-Tag Rakuten geht durch die Decke
Die asiatischen Börsen präsentieren sich uneinheitlich. Erfolgreiche Impfkampagnen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern sorgen zwar für eine optimistische Stimmung bei Risikoanlagen, aber die Anleger sind vor wichtigen Treffen der Zentralbanken im Wochenverlauf vorsichtig.
Die Vorgaben von der Wall Street sind gemischt mit einem festen Dow-Jones-Index und Abgaben bei Technologiewerten im Nasdaq, letztere gedrückt durch weiter steigende Marktzinsen. Teilnehmer sprechen von einem zögerlichen und abwartenden Handel und der Suche nach Impulsen. Neue Konjunkturdaten aus China und Japan verfehlen bislang noch ihre Wirkung - in China haben Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz in den ersten Beiden Monaten stärker zugelegt als von Ökonomen erwartet.
In Tokio tendiert der Nikkei-225 wenig verändert, nachdem die Maschinenbauaufträge gegen den Vormonat nicht ganz so stark nachgaben wie befürchtet. Gewinne verzeichnen Automobil- und Finanzwerte, insbesondere erstere getragen vom weiter nachgebenden Yen. Honda gewinnen 3,2 und Mitsubishi UFJ Financial 2,2 Prozent.
Rakuten schießen um weitere 20 Prozent nach oben, weil Japan Post Holdings (+2,8%) einen Anteil von 8,3 Prozent für 1,38 Milliarden Dollar übernehmen wird. Berichte über eine geplante Partnerschaft hatten den Kurs des E-Commerce-Unternehmens schon am Freitag befeuert.
Gesucht sind auch die Aktien von Fluggesellschaften und Eisenbahnunternehmen, denn die Regierung in Tokio erwägt laut einem Bericht, den Notfallstatus für die Region Tokio zu beenden. ANA Holdings, Japan Airlines und Seibu Holdings gewinnen jeweils über 3 Prozent.
In Shanghai werden Verluste von rund einem halben Prozent verzeichnet, nach einer kurzen Erholung im frühen Geschäft. Deutlicher abwärts geht es mit dem Chinext (-2,3 Prozent), der vor allem technologielastige Startup-Unternehmen abbildet. Die Experten von Bohai Securities rechnen mit weiterer Schwäche in nächster Zeit, weil sie die Erholung der Vorwoche nur als technische Gegenreaktion werten.
Dagegen geht es in Hongkong - wenn auch nach bereits deutlich höheren Aufschlägen - um 0,6 Prozent nach oben. Hier rechnet KGI Securities in der kommenden Zeit nur mit einer flauen Dynamik und wenig Bewegung. Die Aktien des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi verteuern sich um nahezu 10 Prozent. Ein US-Bundesgericht hat die Sanktionen gegen Xiaomi ausgesetzt.
In Südkorea lasten Abgaben bei Pharma- und Chemiewerten auf dem Kospi, der 0,2 Prozent im Minus liegt. Woori Financial Group gewinnen 1 Prozent nach Berichten, wonach die Bank in Taiwan ESG-Anleihen im Volumen von 200 Millionen Dollar emittiert hat.