Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagRobust heißt das DAX-Zauberwort

11.10.2023, 17:40 Uhr

Der DAX hat sich nach der Erholungs-Rally vom Dienstag zur Wochenmitte robust gezeigt. Der deutsche Börsenleitindex holte seine anfänglichen Verluste schnell auf und drehte sogar in positives Terrain. Am Nachmittag verpassten ihm allerdings US-Inflationsdaten einen kleinen Dämpfer. Der DAX schließt 0,2 Prozent im Plus bei einem Stand von 15.460 Punkten.

Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets spricht von einer Verschnaufpause des DAX. "Ob die (vorangegangene) Korrektur damit bereits abgeschlossen ist, lässt sich an der Börse zwar nie mit Gewissheit sagen. Aber der überzeugende Sprung um fast dreihundert Punkte nach oben gestern hat zumindest viele Bären vom Parkett verjagt."

Die Erzeugerpreise in den USA sind im September stärker als erwartet gestiegen, was tendenziell wieder Ängste vor einer restriktiven Geldpolitik schürte. Zuletzt hatten moderate Töne von US-Notenbankern, die auf eine neuerliche Zinspause in den Vereinigten Staaten hoffen lassen, die Sorgen wegen des akuten Konflikts im Nahen Osten in den Hintergrund gedrängt. Nun warten die Anleger noch auf das Protokoll zur September-Sitzung der US-Notenbank Fed am Abend, das ebenfalls Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed geben könnte.

Am deutschen Aktienmarkt standen die deutlichen Kursverluste des Dialyseanbieters FMC und des Mutterkonzerns Fresenius im Mittelpunkt. Die FMC-Titel stürzten bis auf ein Tief seit Jahresbeginn ab und verloren zuletzt noch mehr als 17 Prozent. Die Aktien von Dax-Schlusslicht Fresenius stabilisierten sich am Tief von Ende Juni, hier ging es fast acht Prozent nach unten. Als Belastung erwies sich ein Forschungserfolg von Novo Nordisk, dessen Aktien daraufhin deutlich anzogen.

Eine Studie des Unternehmens mit seinem Antidiabetikum bei chronischen Nierenpatienten sei unerwartet früh zur befürchteten Belastung geworden, schrieb JPMorgan-Analyst David Adlington. Der Diabetesspezialist könne die Studie nun vorzeitig beenden - wegen erwiesener Wirksamkeit. Das mittel- bis langfristige Wachstum in der Anzahl der Dialysepatienten dürfte damit ordentlich gebremst werden, so Adlington.

Die Aktien der Porsche AG schafften dagegen einen Kursgewinn von fast einem Prozent. Börsianer verwiesen auf letzte Gespräche mit Analysten vor der nahen Berichtssaison als Triebfeder. Zu hören sei beim Sportwagenbauer von positiven Signalen hinsichtlich des Abbaus der Lagerbestände und der durchschnittlichen Verkaufserlöse. Zudem sei das Vertrauen in die Jahresziele tendenziell gestärkt worden. Auch andere Werte der Autobranche tendierten stärker als der Gesamtmarkt.

Quelle: ntv.de