Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSchnäppchenjäger sind auf der Pirsch

23.02.2026, 08:39 Uhr

Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich tendenziell mit Aufschlägen, auch wenn das US-Zollthema für Verunsicherung sorgt. In Festlandschina wird weiterhin wegen des chinesischen Neujahrsfests nicht gehandelt, in Japan ruht der Handel wegen des Geburtstags des Kaisers.

Am Freitag hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Trump-Zölle für unrechtmäßig erklärt, weil das dafür bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige. Inzwischen hat Trump darauf reagiert und neben Schimpftiraden gegen das Gericht angekündigt, den globalen Zollsatz auf 15 Prozent zu erhöhen. Dieser soll viele der Zölle ersetzen, die vom Supreme Court für illegal erklärt wurden. Volkswirte weisen derweil darauf hin, dass die Ankündigungen von Trump manche asiatische Volkswirtschaften in Südostasien nun zunächst sogar besser dastehen lassen als zuvor, weil diese mit besonders hohen Zöllen belegt waren. Die generelle Unsicherheit sei dennoch ein Problem.

In Hongkong befglügeln nach einer Woche Pause wegen der Neujahresfeierlichkeiten die Hoffnungen auf niedrigere Zölle eher. Dazu deuten Daten zu den chinesischen Neujahrsfeiertagen auf eine allgemein robuste Binnennachfrage hin, wie die Citi-Analysten anmerken. Der HSI zieht um 2,2 Prozent an und stellt den Index mit den höchsten Aufschlägen der Region - angeführt von Technologiewerten. Nach den zuletzt starken Verlusten seien Schnäppchenjäger aktiv, heißt es. In Südkorea trieben Aktien mit KI-Fantasie den Kospi zunächst auf Rekordhoch, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell gewinnt der Index 0,5 Prozent - lag aber bereits deutlich höher. Das Schwergewicht Samsung Electronics zieht um 1 Prozent an. Laut einem Bericht steht Samsung wahrscheinlich kurz vor einem großen Auftrag durch Nvidia. Der Kospi könnte auf bis zu 8000 Punkte steigen, spekulieren derweil die Nomura-Analysten. Die Analysten haben ihr Ziel für den Kospi im ersten Halbjahr auf 7500 bis 8000 Punkte angehoben.

Quelle: ntv.de