Der Börsen-TagSchwere Verluste an Asien-Börsen
Mit schweren Kursverlusten reagieren die ostasiatischen Aktienmärkte auf die Ergebnisse des Zinstreffens der US-Notenbank vom Vorabend. Das Tempo der Zinserhöhungen werde wahrscheinlich schneller sein als bislang erwartet, sagt Takahiro Sekido, Chefstratege bei der MUFG Bank. Von KGI Securities heißt es, zum Tempo der Zinsanhebungen habe sich US-Notenbankchef Jerome Powell nicht ausgelassen, bis auf den Hinweis, dass im März die erste Anhebung anstehen dürfte. Das sorge für neue Unsicherheit am Markt.
Am US-Anleihemarkt waren die Marktzinsen in Reaktion auf die Powell-Aussagen massiv gestiegen, während die Reaktion am Aktienmarkt zunächst zwar negativ ausfiel, aber längst nicht so stark wie an den asiatischen Börsen. Allerdings deuten die Futures auf die US-Indizes aktuell auf Verluste bis 1,8 Prozent zum Start im späteren Tagesverlauf an der Wall Street hin.
Die Einbußen bei den Indizes betragen bis zu 3,2 Prozent in Seoul und in Tokio, wo der Nikkei-Index auf 26.155 Punkte abrutscht. In Hongkong geht es um 2,6 Prozent abwärts, angeführt von schweren Verlusten bei den als besonders zinsempfindlich geltenden Technikaktien. Deren Subindex sackt um 4,5 Prozent ab. Schanghai hält sich mit minus 1,0 Prozent noch am besten.
Die Experten der Commerzbank sprechen von einem falkenhafter als erwarteten Auftritt des US-Notenbankchefs in der Pressekonferenz. In einer Schlagzeile heiße es, Powell habe nicht ausgeschlossen, dass es bei jedem Treffen der US-Notenbank in diesem Jahr zu einer Zinsanhebung kommen könne. Damit drohten theoretisch sieben Zinserhöhungen. Daneben habe Powell mit Verweis auf den sehr robusten Arbeitsmarkt angedeutet, dass es einiges an Raum gebe für Zinserhöhungen und auch für die Schrumpfung der extrem aufgeblähten Bilanz der Notenbank im Nachklapp des ersten Zinsschritts. Das wäre eine weitere geldpolitische Straffung.