Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStarke US-Jobdaten bremsen DAX - Zinshoffnungen schwinden

03.06.2022, 17:37 Uhr

Ein unerwartet starker Stellenaufbau in den USA hat die Hoffnung der Anleger auf eine Zinspause der Notenbank Fed im Herbst schwinden lassen. Der deutsche Aktienmarkt, der am Vormittag zeitweise deutlich im grünen Bereich gelegen hatte, drehte nach Bekanntgabe der Daten aus Washington ins Minus. Die Anleger stiegen aus und nahmen lieber Gewinne mit.

Im vergangenen Monat entstanden in den Vereinigten Staaten 390.000 neue Jobs, Analysten hatten lediglich mit 325.000 gerechnet. "Für den Arbeitsmarkt ist das super, aber nicht für die Aktienmärkte und insbesondere nicht für den Technologiesektor", sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Denn die Fed dürfte sich dadurch in ihrem Tempo bestätigt fühlen.

So verlor der DAX am Ende 0,2 Prozent und ging mit 14.460 Punkten ins Pfingstwochenende. Der EUROSTOXX50 notierte 0,4 Prozent tiefer bei 3781 Stellen. Mit dem verlängerten Wochenende wird es an der Frankfurter Börse nichts, denn am Pfingstmontag wird erstmals seit Jahren wieder gehandelt.

Bei den Einzelwerten profitierten Adidas von positiven Signalen des nordamerikanischen Sportwarenhändlers Lululemon und verteuerten sich um 0,3 Prozent.

Die Titel von Fresenius legten um 0,3 Prozent zu. Der Medizin- und Krankenhauskonzern will laut einem Pressebericht in seiner Flüssigmedizinsparte Kabi zahlreiche Jobs streichen.

Nach einer Kaufempfehlung stiegen die Papiere von Rheinmetall um 5,3 Prozent. Insidern zufolge haben die Düsseldorfer ein unverbindliches Angebot von bis zu 210 Millionen Euro für 49 Prozent an der Geschützbau-Sparte des Rüstungskonzerns Leonardo abgegeben. Da genaue Geschäftszahlen für OTO Melara nicht vorlägen, sei es schwierig zu beurteilen, ob die Offerte fair sei, kommentierten die Analysten der Banca Akros. Andere Börsianer warnten vor einem möglichen Veto der italienischen Regierung.

Die Aktien von Compugroup Medical reduzierten ihr anfängliches Minus von fast neun Prozent auf zuletzt 3,1 Prozent. Das auf Arztpraxen spezialisierte Software-Unternehmen baut seine Führungsspitze um.

Quelle: ntv.de