Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStart mit Kursrutsch? Das wird für den DAX heute wichtig

13.06.2022, 06:25 Uhr

Nach der Notenbank-Sitzung ist vor der Notenbank-Sitzung: In der neuen Woche geben die US-Zentralbank Fed und die Bank von England (BoE) mit ihren Zinsentscheidungen den Börsen die Richtung vor. Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) für Juli die erste Anhebung seit elf Jahren angekündigt und den DAX damit ordentlich ins Wanken gebracht. Er verlor auf Wochensicht mehr als fünf Prozent. Allein am Freitag war es für den deutschen Börsenleitindex fast 440 Punkte oder 3,1 Prozent abwärts gegangen. Noch über der 14.000er-Marke gestartet, verabschiedete er sich mit einem Kurs von 13.762 Zählern aus dem Handel und ins Wochenende. Auch die Wall Street wies tiefrote Vorzeichen auf. Aktuell wird der DAX erneut mit Abschlägen taxiert: Er notiert um 13.550 Punkte.

Auch die kommenden Handelstage könnten turbulent werden, weil viele Anleger die Auswirkungen der Zinserhöhungen dies- und jenseits des Atlantiks auf die Konjunktur fürchten. "Zinserhöhungen bringen ein erhöhtes Rezessionsrisiko mit sich, da es für die Zentralbanken schwierig ist, die Politik wirksam zu straffen, ohne zu weit zu gehen", sagt Eric Winograd von Alliance Bernstein. Die schrittweise Politik der großen Zentralbanken und das niedrige Ausgangsniveau der Zinssätze seien für ihn allerdings ein Trost, erklärt der Experte. "Wir rechnen damit, dass sich die Weltwirtschaft verlangsamen kann, ohne zum Stillstand zukommen."

"Die Gemengelage an den globalen Aktienmärkten bleibt herausfordernd", sagt Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank. "Der unheilvolle Mix aus Ukraine-Krieg und sehr restriktiver chinesischer Corona-Politik mit seinen negativen Implikationen insbesondere hinsichtlich der Lieferketten wird seine Wirkung erst im zweiten Quartal voll entfalten."

Von Unternehmensseite ist die Agenda zum Start in die neue Handelswoche wie leergefegt. Auf der Konjunkturseite blicken die Anleger zunächst Richtung Großbritannien. Auf der Insel werden Zahlen zum Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Darüber hinaus stehen auch Daten zur Industrieproduktion und zur Handelsbilanz an. Der OECD-Frühindikator für die französische Wirtschaft sowie Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministerium dürften für weitere konjunkturelle Schlaglichter sorgen.

Quelle: ntv.de