Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUS-Börse mit Entspannungstendenzen

28.07.2023, 12:09 Uhr

Nach dem späten Schwenk ins Minus am Vortag dürfte die Wall Street auf Erholungskurs gehen. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas festeren bis freundlichen Handelsbeginn am Kassamarkt schließen. Gestützt werden die Aktienfutures von zurückkommenden Anleiherenditen. Deren Anziehen hatte die US-Börsen am Vorabend ins Minus drehen lassen, nachdem Gerüchte über eine Lockerung des Zinsdeckels der japanischen Notenbank die Runde gemacht hatten. Diese hatten in der Folge zu einem Ausverkauf am US-Anleihemarkt geführt. Denn die Spekulation, die stark in US-Anleihen investierten japanischen Anleger könnten bei höheren Zinsen heimischer Rentenpapiere auf diese umschichten, hatte den US-Rentenmarkt belastet. Zwar teilte die Bank of Japan mit, dass sie die bisherige Obergrenze der Zehnjahresrendite von 0,5 Prozent flexibler handhaben und kurzfristig einen Anstieg bis auf 1 Prozent zulassen wolle, doch eine echte Aufgabe der bisherigen Geldpolitik sehen Händler nicht.

Damit rückt die heimische Geldpolitik in den USA wieder in den Fokus: mit dem noch vor Börsenstart veröffentlichten Arbeitskostenindex, vor allem aber mit dem von der US-Notenbank zur Inflationsbewertung favorisierten PCE-Preisindex stehen wichtige US-Daten auf der Agenda. "Eine schwache PCE-Kennziffer kann die letzten 8 Basispunkte, die für den US-Straffungszyklus in diesem Jahr eingepreist sind, zunichtemachen und den Dollar wahrscheinlich um bis 1 Prozent nach unten drücken. Dies wäre eine gute Sache für Risikoanlagen, weil dann sowohl die Fed als auch scheinbar die EZB näher am Ende ihre Straffungszyklus dran wären", sagt Chefmarktanalyst Chris Turner von ING.