Der Börsen-TagUS-Börsen mit Konjunktursorgen
An den US-Börsen zeichnet sich eine knapp behauptete Eröffnung ab. Konjunktursorgen und Zinserhöhungsängste gewinnen wieder die Oberhand, wie es im Handel heißt. Die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus schüre Befürchtungen, dass die Erholung der Wirtschaft ausgebremst werden könnte.
Dazu verdichten sich die Hinweise, dass die US-Notenbank bald mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik beginnt: Der Präsident der Federal Reserve of St. Louis, James Bullard, bekräftigte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Financial Times, dass die Fed noch in diesem Jahr ihre Wirtschaftsstimuli allmählich zurückfahren werde. Zweifel am Stellenaufbau der US-Wirtschaft wischte er mit dem Hinweis auf den hohen Bedarf an Arbeitskräften beiseite. Es gebe mehr offene Stellen als Arbeitslose.
Die Anleger am Aktienmarkt wollen jedoch erst einmal Beweise sehen, dass die Wirtschaft tatsächlich gut läuft, wie Russ Mould, Investment Director bei AJ Bell, meint. Die Unternehmen hätten in diesem Jahr davon profitiert, dass nach der Corona-Krise Ausgaben nachgeholt worden seien. Nun richteten sich die Blicke jedoch auf die Ertragsentwicklung im kommenden Jahr. Unter den Investoren wüchsen Befürchtungen, dass die Annahmen hierfür zu optimistisch sein könnten. Dies könnte die Kurse drücken, sofern nicht überzeugende Daten zum Wirtschaftswachstum Zweifel ausräumten. Einen ersten Überblick dazu könnte der Wirtschaftsbericht Beige Book ermöglichen, den die Fed im späteren Verlauf des Mittwochs veröffentlichen wird.