Der Börsen-TagUS-Einzelhändler verzeichnen nach starkem Jahresauftakt deutliches Umsatzminus
Die US-Einzelhändler haben nach einem starken Jahresauftakt im Februar unerwartet deutliche Umsatzeinbußen erlitten. Die Einnahmen sanken um 3,0 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet - nach einem Umsatzplus von nach oben revidiert 7,6 Prozent im Januar. In einer ersten Schätzung war für den ersten Monat im Jahr nur ein Plus von 5,3 Prozent genannt worden.
"Der Einzelhandel verzeichnet einen Umsatzrückgang, was aufgrund des relativ starken Anstiegs im Januar jedoch nicht überinterpretiert werden sollte", erläutert Helaba-Experte Patrick Boldt. Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank stößt ins selbe Horn: "Die US-Konsumenten legten im Februar eine Pause ein. Nach dem fulminanten Plus im Januar war ein Rückgang gewissermaßen vorprogrammiert." Ein schwacher Autoabsatz und ein in Anbetracht des kalten Wetters schwächelnder Verkauf von Baumaterialien seien zentrale Treiber für den Rückgang.
Zu Jahresbeginn dürften noch Ende 2020 auf den Weg gebrachte Konjunkturhilfen in Höhe von 900 Milliarden Dollar den Konsum befördert haben, die auch Barschecks für Amerikaner mit schmalem Einkommen in Höhe von 600 Dollar umfassten. Das vor kurzem von US-Präsident Joe Biden unterzeichnete billionenschwere Pandemie-Paket umfasst noch üppigere Hilfen - darunter Einmalschecks in Höhe von 1400 Dollar für Millionen Amerikaner. "Das Einzelhandels-Zahlenwerk für den März wird deshalb bereits wieder ein üppiges Umsatzplus hervorbringen", meint Ökonom Gitzel. Experten erwarten mittlerweile einen kräftigen Konjunkturaufschwung in den USA für dieses Jahr: Die Volkswirte der Deutschen Bank rechnen mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 6,6 Prozent.