Der Börsen-TagUS-Eskalation lässt Dollar abstürzen
Mit einem zurückhaltenden Start in die neue Handelswoche rechnen Händler. Die Börsen warten auf den Beginn der Berichtssaison in Europa und die Ergebnisse der US-Notenbank-Sitzung am Mittwoch. Dazu schaut man mit Sorge auf den Goldpreis. Sein Anstieg über 5.000 Dollar wird nicht gefeiert, sondern als Krisen-Indikator und Flucht aus dem US-Dollar gewertet. Die Eskalation in den USA, mit der erneuten Tötung eines US-Bürgers durch die Einwanderungsbehörde ICE, beunruhigen.
Die innenpolitische Tragweite macht auch der Wirtschaft Sorgen: Am Wochenende forderten mehr als 60 CEOs von Firmen in Minnesota eine Deeskalation, darunter Cargill, Target und Unitedhealth.
Dazu nimmt Trump wieder seine unberechenbare Drohpolitik gegen Kanada auf. Wegen positiver Import-Konditionen für chinesische Autos bedroht er den Nachbarn mit Zöllen von 100 Prozent. Die US-Politik hatte beim US-Dollar in der Vorwoche zur schwächsten Handelswoche seit acht Monaten geführt. Die Reputation der US-Währung ist seit der Grönland-Debatte massiv angeschlagen. "Wir sehen ein Muster, wo die Politik, wann immer sie sich bewegt, den Spielraum der politischen Optionen auf eine Art erweitert, die disruptiv ist. Die Marktreaktion ist dann, den Dollar zu verkaufen", sagt Steve Englander, Leiter des Devisen-Research bei Standard Chartered Bank. Aktuell gibt der Dollar-Index um weitere 0,5 Prozent nach.