Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÜbernahme in Chipbranche: Kommt Chinas Einlenken zu spät?

27.07.2018, 12:14 Uhr
30649062
Die Gebühr von zwei Milliarden Dollar, die bei einem Nicht-Zustandekommen an NXP fällig war, wurde bereits gezahlt. (Foto: picture alliance / dpa)

Inmitten des Handelsstreits mit den USA sieht die chinesische Wettbewerbsbehörde SAMR doch noch Chancen für ein Zustandekommen der größten Übernahme in der Chipbranche. Einen Tag, nachdem die SAMR eine Frist für die Freigabe der rund 44 Milliarden Dollar schweren Akquisition des niederländischen Halbleiter-Unternehmens NXP durch den US-Rivalen Qualcomm verstreichen ließ, teilte die Behörde mit, dass der letzte von Qualcomm vorgelegte Plan nicht die Wettbewerbsbedenken habe ausräumen können.

Zugleich erklärte die SAMR: "Wir hoffen, die Kommunikation mit Qualcomm fortzusetzen und innerhalb der Prüffrist eine passende Lösung für die Angelegenheit finden zu können." Die Überprüfungsperiode ende am 15. August, sei aber bis zum 14. Oktober verlängerbar. Die Ankündigung dürfte allerdings zu spät kommen. Qualcomm hat die Offerte gestern zurückgezogen.

Die Gebühr von zwei Milliarden Dollar, die bei einem Nicht-Zustandekommen an NXP fällig war, wurde bereits gezahlt. Zudem kündigten Qualcomm und NXP milliardenschwere Aktienrückkaufprogramme an. Auf die Frage nach einer Stellungnahme zur SAMR-Erklärung verwies eine Qualcomm-Sprecherin auf die Ankündigung von gestern, die Pläne nicht weiter zu verfolgen. NXP war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Nach Ansicht von Qualcomm-Chef Steven Mollenkopf ist der Konzern in den Handelskrieg geraten, der zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt entbrannt ist, wie er in einem CNBC-Interview gestern sagte. US-Finanzminister Steven Mnuchin forderte, US-Firmen müssten fair behandelt werden. China sei offen für Investitionen ausländischer Firmen und würde mit allen Unternehmen gleich umgehen, hieß es in der Mitteilung der SAMR.