Der Börsen-TagÜberraschung bei Industrie-Auftragseingängen
Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Juli erstmals in diesem Jahr wieder dicker geworden. Die noch offenen Bestellungen erhöhten sich wegen Großaufträgen um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. "Das war der erste Anstieg des Auftragsbestands im Vormonatsvergleich seit Dezember 2023", heißt es dazu. Gemessen am Vorjahresmonat lag er allerdings noch um 4,3 Prozent niedriger.
Experten sehen noch keine Trendwende. "Die Auftragsschmelze hält durch Großaufträge inne", sagt der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger. "Es besteht allenfalls eine vage Hoffnung auf den Beginn einer Bodenbildung." Die Industrie hat wegen vieler Großaufträge einen überraschend guten Start in die zweite Jahreshälfte hingelegt. Die Bestellungen wuchsen im Juli um 2,9 Prozent zum Vormonat und damit bereits das zweite Mal in Folge. Allerdings geht das gute Abschneiden allein auf Großaufträge zurück. Ohne sie wären die Bestellungen um 0,4 Prozent gefallen. "Dieser Anstieg des Auftragsbestandes im Juli sollte nicht überbewertet werden", sagt deshalb der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia.