Der Börsen-TagVerkaufsstimmung in Frankfurt - DAX geht kräftig runter
Knallroter Handelstag an der Frankfurter Börse: Anleger haben die Kursgewinne vom Montag für Verkäufe genutzt. Die Unternehmensstimmung im Euroraum trübte sich im Mai von hohem Niveau aus ein. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel zum Vormonat etwas stärker als von Analysten im Schnitt erwartet.
Unmittelbare Rezessionsgefahren ließen sich aus dem Konjunkturbarometer nicht ableiten. Auch die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, geht derzeit nicht davon aus, dass die Eurozone in eine Rezession abdriften wird. Die Zeichen im Euroraum stehen auf Zinswende. Das ist im Großen und Ganzen nicht gut für Aktien, denn die Möglichkeiten für Alternativen werden mit Zinsanhebungen größer.
Am Nachmittag gerieten die deutschen Aktienindizes durch einen sehr schwachen Handelsbeginn in den USA noch stärker unter Druck. Am Ende ging der DAX 1,8 Prozent oder 256 Zähler leichter mit 13.920 Punkten aus dem Handel. Der EUROSTOXX50 notierte 1,7 Prozent tiefer bei 3646 Stellen.
RWE fielen 4,4 Prozent, Uniper um 4,3 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen als Belastung auf einen Pressebericht über eine womöglich drohende Sondersteuer in Großbritannien auf außerordentlich hohe Gewinne von Stromerzeugern durch den Preisanstieg der letzten Monate.
TAG Immobilien rutschten im MDAX nach Zahlen für das erste Quartal um 14,4 Prozent ab. Der Tickethändler und Konzert-Veranstalter CTS Eventim zeigt sich nach einem Gewinn zum Jahresstart optimistisch für eine deutliche Erholung von der Corona-Pandemie, wagt aber trotz Rekord-Ticketabsatz keine klare Prognose für 2022. Der Aktienkurs sank um 3,6 Prozent.
Im SDAX brachen About You um 7,3 Prozent ein. Ein Händler zeigte sich sowohl von den endgültigen Jahreszahlen als auch vom Ausblick des Online-Modehändlers enttäuscht. Adler Group verloren elf Prozent nach einem Pressebericht über mutmaßliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Immobilienkonzern.