Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagViele parallele Risiken: Bafin warnt vor "perfektem Sturm"

17.10.2019, 11:19 Uhr

Angesichts wachsender Risiken und dauerhaft niedriger Zinsen fordert Bafin-Chef Felix Hufeld Finanzunternehmen eindringlich zum Gegensteuern auf. Das Zinsumfeld sei eine "Realität, die die Banken anerkennen müssen und nicht immer nur bejammern dürfen", zitiert ihn die "Wirtschaftswoche". Manager müssten ihre Unternehmen jetzt "wetterfest" machen.

"Es wird nicht reichen, womöglich überflüssiges Fett abzuschneiden und Skelett und Muskeln darunter unverändert zu lassen", so Hufeld weiter. Die Geschäftsmodelle vieler Banken seien zu komplex, jede müsse kritisch hinterfragen, mit welchen Aktivitäten und Produkten sie wirklich Geld verdiene. "Da gibt es viel Spielraum, ohne dass die Geldversorgung in irgendeiner Form gefährdet wird." Besorgt äußert Hufeld sich auch über die Folgen einer konjunkturellen Eintrübung. "Für manche Banken heißt das, dass die Risikovorsorge wieder zu einer Belastung wird."

Die Gefahren für die Finanzstabilität haben sich nach Ansicht des Bafin-Chefs zuletzt deutlich erhöht. Als Beispiel nennt er internationale Handelsstreitigkeiten, die weltweit gestiegene Verschuldung, den Verfall der Margen im Kreditgeschäft in Europa und die Gefahr von Preisblasen. "Wenn sich mehrere Risiken parallel realisieren, droht der sprichwörtliche perfekte Sturm", sagte Hufeld.