Der Börsen-TagWenn VW hustet ...
Der Dax steuert auf einen weiteren Wochengewinn zu. Der deutsche Börsenleitindex schloss gestern mit einem Rekordschlusskurs von 23.696 Punkten. Allein gestern konnte er 0,7 Prozent zulegen. Die Berichtssaison spielte dabei noch einmal groß auf: Mit Allianz, Deutsche Telekom, Merck KGaA, RWE und Siemens hatten fünf Dax-Konzerne gestern ihre Zahlen veröffentlicht.
Heute dürfte es zwar ruhiger zugehen, allerdings hält die Agenda drei wichtige Punkte bereit: Bereits am Morgen richtet sich der Blick der Anleger nach Asien und auf Japans Wirtschaft, denn diese dürfte einen Fehlstart ins Jahr hingelegt haben. Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis März zum Vorquartal um 0,1 Prozent geschrumpft ist. Ende 2024 war noch ein Plus von 0,6 Prozent herausgesprungen. Für eine Flaute spricht aus Sicht von Fachleuten eine geringere Binnennachfrage. Zudem könnte die Außenwirtschaft als Bremsklotz gewirkt haben. Die Exporte dürften zwar gestiegen sein, da Unternehmen vor Inkrafttreten der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zölle noch Produkte wie etwa Autos ins Ausland lieferten. Doch sind die Importe wahrscheinlich stärker gestiegen als die Exporte.
Danach wechselt der Fokus Richtung Europa und Deutschland, denn Europas größter Autobauer Volkswagen stellt sich bei der Hauptversammlung den Fragen seiner Aktionäre. Im Mittelpunkt stehen dürfte dabei das Abschneiden des Unternehmens in China, wo Volkswagen vor allem bei Elektroautos unter der harten Konkurrenz heimischer Anbieter leidet. Dazu kommt die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, die Exporte in die USA verteuert und die Frage aufwirft, wie das Unternehmen seine Produktion dafür rüstet. Dabei steht vor allem die Ingolstädter Tochter Audi im Fokus, die noch für dieses Jahr eine Entscheidung über eine Produktion in den USA angekündigt hat.
Am Nachmittag folgen noch Konjunkturdaten aus den USA: Die Entspannungssignale in dem von Präsident Donald Trump entfachten Handelsstreit dürften sich positiv auf die Konsumlaune in den USA auswirken. Das von der Universität Michigan veröffentlichte Barometer für das Verbrauchervertrauen wird laut den von Reuters befragten Experten im Mai voraussichtlich leicht ansteigen, nachdem die Konsumstimmung im Vormonat in den Keller gerauscht war. Besonderes Augenmerk gilt auch den Inflationserwartungen der Verbraucher: Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate rechneten sie im April aufgrund der höheren Zölle mit einer Teuerungsrate von 6,5 Prozent. Das war der höchste Wert seit 1981.