Der Börsen-TagWenn der Hoffnungsfunke einfach so erlischt
Nach seiner Erholung im Dienstagsgeschäft hat der Dax gestern wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Am Ende stand ein Minus von 1,4 Prozent auf 23.640 Punkte. Den Hauptgrund dafür sahen Marktteilnehmer vor allem in andauernden Iran-Krieg und der Komplettsperrung der Straße von Hormus.
Heute stehen neben dem Krieg Israels und der USA gegen das Regime im Iran Unternehmenszahlen ebenso im Blick wie Konjunkturdaten. So legt etwa eine Reihe deutscher Forschungsinstitute Frühjahrsprognosen vor. Das IFO-Institut, das Kieler IfW und auch das Essener RWI präsentieren ihre Sicht auf die Konjunktur. Der Nahostkrieg dürfte nach Ansicht vieler Experten die Wirtschaft bremsen und die Inflation erhöhen. Die konjunkturelle Erholung wird laut dem Berliner DIW, das seine Prognose bereits vorgelegt hat, jedoch nicht gestoppt.
Unternehmensseitig fährt erneut der Autosektor in den Vordergrund, denn mit dem BMW-Konzern legt der dritte deutsche Autobauer seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr vor. Auch BMW konnte sich nicht gegen die Zölle von US-Präsident Donald Trump und den Nachfrageeinbruch in China stemmen und kappte deswegen im Herbst seine Prognose. Analysten rechnen damit, dass der Gewinn um rund zehn Prozent zurückgegangen ist. Damit fällt der Einschnitt aber weitaus geringer aus als bei den Rivalen Mercedes und Volkswagen.
Der LKW-Bauer Daimler Truck hat im vergangenen Jahr unter Absatzrückgang auf seinem wichtigsten Einzelmarkt USA gelitten. Spediteure hielten sich mit Anschaffungen wegen der unsicheren Wirtschaftslage infolge der erratischen Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zurück. Zentrale Frage ist deshalb, wann die Nachfrage dort wieder Tritt fasst. Der Konzernabsatz sank 2025 um acht Prozent auf gut 422.000 Fahrzeuge.
Und auch der größte deutsche Stromerzeuger RWE legt seine Bilanz für 2025 vor. Neben den Ergebnissen dürften sich die Blicke auf die Prognosen für das laufende Jahr und die geplanten milliardenschweren Investitionen richten. Vorstandschef Markus Krebber wird sich zudem wohl zur Entwicklung des US-Geschäfts äußern, wo die Ökostrombranche heftigen Gegenwind von der Regierung unter US-Präsident Donald Trump bekommt. Im Raum stehen darüber hinaus die Forderungen einiger Investoren nach weiteren Aktienrückkaufprogrammen.
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