Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Wir waren mit der Arbeit nicht fertig"

30.08.2024, 08:45 Uhr
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Der zurückgetretene Stahlchef von Thyssenkrupp, Bernhard Osburg, hat in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter die Entwicklung bedauert. "Wir waren mit unserer Arbeit nicht fertig und hatten sehr konkrete und belastbare Ideen, wie wir den gemeinsamen und messbar erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre fortgesetzt und das Unternehmen in eine wirtschaftlich unabhängige Zukunft geführt hätten", heißt es in einer "Persönlichen Abschiedsbotschaft". Osburg und zwei weitere Vorstände der Stahlsparte hatten gestern im Streit mit der Konzernführung um die Zukunft des Geschäfts ihren Rücktritt erklärt.

D ie Ereignisse der letzten Tage seien für alle eine große Belastung gewesen, betont Osburg. "Wir werden fortan nicht mehr die Zukunft dieses Unternehmens mitgestalten dürfen." Der Manager warb dafür, das verbliebene Team zu unterstützen. "In diesen sehr schwierigen Zeiten und bei der Dimension der Aufgaben braucht es vor allem anderen Vertrauen, Respekt und den Zusammenhalt aller Beteiligten, um die großen Herausforderungen zu meistern."

Nach Differenzen mit Konzernchef Miguel Lopez und Konzernaufsichtsrat-Chef Siegfried Russwurm hatten gestern auch der Stahl-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel und weitere Mitglieder des Kontrollgremiums ihren Rücktritt angekündigt.

Lopez will die Produktionskapazitäten wegen der schwachen Nachfrage reduzieren und das Stahlgeschäft in ein 50:50-Joint Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky auslagern. Die Arbeitnehmervertreter befürchten den Verlust Tausender Jobs. Streitpunkt ist auch die Höhe der Mitgift, die ThyssenKrupp als Mutterkonzern der Tochter auf die Reise in die Eigenständigkeit mitgeben soll.

Quelle: ntv.de