Der Börsen-TagWirtschaftsministerium plant staatliche Gasreserve für 1,5 Milliarden Euro
Im Bundeswirtschaftsministerium gibt es konkrete Pläne für eine staatliche Erdgasreserve für Krisenfälle. Die Kosten in Milliardenhöhe sollen über eine Umlage auf die Gasverbraucher finanziert werden, wie Reuters von einem Insider erfuhr. Angestrebt werde ein Kabinettsbeschluss Mitte August.
Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern. Der Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage.
Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet.