Der Börsen-TagZEW-Index auf Finanzkrisenniveau

Die Konjunkturerwartungen von Börsen- und Finanzexperten für Deutschland haben sich im August entgegen den Prognosen weiter eingetrübt, wobei die Beurteilung der aktuellen Lage ebenfalls nachgab. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Erwartungsindex sank auf minus 55,3 (Juli: minus 53,8) Punkte. Volkswirte hatten dagegen mit einem Anstieg auf minus 51,0 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage ging auf minus 47,6 (minus 45,8) Punkte zurück. Volkswirte hatten minus 46,5 Punkte prognostiziert. Der Erwartungssaldo lag damit auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008. Der Ukraine-Krieg, die hohe Inflation und weiter zu erwartende Leitzinsanstiege, von denen ein dämpfender Effekt ausgehen könnte, wirkten zudem belastend.
Die Konjunkturerwartungen für den Euroraum sanken auf minus 54,9 (minus 51,1) Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage erhöhte sich auf minus 42,0 (minus 44,4). Die Inflationserwartung für den Euroraum stiegen auf minus 23,5 (minus 25,6) Punkte. Damit zeigen sie laut ZEW, dass auf Sicht von sechs Monaten ein Rückgang der Inflationsraten erwartet wird.