Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZEW-Index bricht ein

17.03.2026, 11:34 Uhr

Der Iran-Krieg lässt Finanzexperten deutlich pessimistischer für die deutsche Wirtschaft werden. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate brach im März um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 178 Investoren und Analysten mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 39,0 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im März etwas besser ein: Dieses Barometer stieg um 3,0 Punkte, verharrte mit minus 62,9 Zählern allerdings tief im negativen Bereich. Ökonomen hatten hier mit minus 67,3 Punkten gerechnet.

"Der Iran-Krieg ist den Investoren mächtig auf den Magen geschlagen. Das Fiskalpaket und die volleren Auftragsbücher sind jetzt Nebensache", meine Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Die Stimmung hängt an der Frage, wann Öl- und Gaslieferungen wieder risikofrei erfolgen. Je schneller das geschieht, desto kleiner sind die Auswirkungen auf Wachstum und Inflation. Solange das nicht erkennbar ist, hat die Stimmung weiteres Abwärtspotenzial. Es bleibt zu hoffen, dass Trump Wort hält und der Krieg von kurzer Dauer ist. Ansonsten geht es vor allem Deutschland als Nettoenergieimporteur deutlich mehr an den Kragen. Stand jetzt ist die deutsche Wirtschaft vom Hoffnungsfall wieder zum Sorgenkind mutiert." 

Quelle: ntv.de