Der Börsen-TagZEW-Index steigt überraschend - Lagewert aber unterirdisch
Finanzexperten schauen im Mai nicht mehr ganz so pessimistisch auf die deutsche Wirtschaft. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg überraschend um 7,0 Punkte auf minus 10,2 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 188 Investoren und Analysten mitteilte. Der Anstieg nach zuvor drei Rückgängen in Folge kommt unerwartet: Ökonomen hatten ein weiteres Abrutschen auf minus 19,8 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im Mai erneut schlechter ein: Dieses Barometer fiel um 4,1 Punkte und verharrte mit minus 77,8 Zählern tief im negativen Bereich.
"Das ist kein Anfang, der weiter laufende Iran-Krieg schlägt unvermindert aufs Gemüt. Irgendwie fühlt es sich so an, als liege eine Eskalation näher als ein Abkommen", meinte dagegen Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Zu den gestiegenen Energiepreisen kommen jetzt noch Sorgen um die Versorgungslage hinzu. Wenn die Schmierstoffe für die Wirtschaft aber nicht bereitstehen, wird nur verhalten produziert. An Kapazitätsausweitungen ist in diesem Umfeld nicht zu denken. Der Iran-Krieg konterkariert die positiven Impulse des Fiskalpakets. In der Folge wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nicht nennenswert zunehmen. Die Konfrontation dauert auch schon zu lange an, um die Uhren nach Kriegsende wieder auf null zu stellen. Wegen des vom Iran-Krieg ausgehenden Inflationsdrucks bestehen Gefahren für höhere Zinsen."