Der Börsen-TagZinserhöhungen bremsen Wohnungsbauinvestitionen
Die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bremsen nach einer Studie ihrer Volkswirte die Wohnungsbau-Investitionen im Euroraum. Die dämpfenden Effekte würden sich wahrscheinlich mit der Zeit noch verstärken, da die Geldpolitik mit zeitlicher Verzögerung wirke, teilt die EZB mit. Modellrechnungen zufolge führe ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen um einen Prozentpunkt nach rund drei Jahren zu einem Rückgang der Bauinvestitionen im Währungsgebiet um rund fünf Prozent. In den USA habe ein ähnlicher Zinsschock sogar noch größere Auswirkungen. Dort liege der dadurch ausgelöste Investitionsrückgang nach drei Jahren bei etwa acht Prozent. Die Studie ist Teil des jüngsten Wirtschaftsberichts der Notenbank.
Die Volkswirte der EZB hatten in ihren jüngsten Konjunkturprognosen vom März bereits einen länger anhaltenden und erheblichen Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen für dieses und das nächste Jahr vorausgesagt. Die Notenbank hatte im Juli 2022 nach Jahren der ultralockeren Geldpolitik die Zinswende vollzogen. Seitdem hat sie die Schlüsselsätze in rasantem Tempo bereits sieben Mal in Folge angehoben - zuletzt Anfang des Monats um 0,25 Prozentpunkte. EZB-Chefin Christine Lagarde signalisierte zudem nach der jüngsten Zinsanhebung, dass das Ende der Fahnenstange voraussichtlich noch nicht erreicht ist.