Der Börsen-TagZoff bei Ford wegen Stellenstreichungen
Der Betriebsratschef des Autobauers Ford in Europa rechnet angesichts der angekündigten Stellenstreichungen hart mit der Konzernführung ab.
"Es wird immer erst reagiert, wenn Ford das Wasser schon bis zum Hals steht", sagte Martin Hennig dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Es gebe zwar schwere strukturelle Defizite im Unternehmen - das Management solle aber lieber nach Einsparmöglichkeiten außerhalb des Konzerns suchen.
So müsse der US-Autobauer für seine Teile in Europa mehr bezahlen als in den Vereinigten Staaten.
"Das ist nicht nachvollziehbar und unfair", sagte Hennig der Zeitung. Darüber hinaus seien zahlreiche Bereiche an externe Firmen ausgelagert worden. "Ob das aber langfristig günstiger war, wurde nicht weiter verfolgt", kritisierte er.
Ford hatte vor knapp zwei Wochen mitgeteilt, dass es Tausende Stellen bei seiner europäischen Tochter streichen will. Zudem will der Konzern die Modellpalette umbauen und sich aus schwächeren Märkten zurückziehen. Die letzten beiden Schritte begrüßte Betriebsratschef Hennig. So habe der Autobauer Modelltrends verschlafen. Und beispielsweise in Deutschland könne Ford mehr Autos verkaufen und auch mehr pro Auto verdienen als in Südeuropa.