Der Börsen-TagZwei weitere EZB-Zinsanhebungen erwartet
Litauens Notenbankchef Gediminas Simkus rechnet wegen der anhaltend hohen Inflation im Euro-Raum mit noch mindestens zwei weiteren Zinserhöhungen der EZB. "Ich denke, dass wir im Juni und im Juli Anstiege um 25 Basispunkte haben werden", sagt das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). "Wird dies auch im September passieren? Um das zu sagen ist es noch zu früh", fügt er hinzu. Mehrere Notenbankchefs von Euro-Ländern, darunter Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und die Notenbank-Gouverneure der Niederlande und Irlands, Klaas Knot und Gabriel Makhlouf, hatten sich zuletzt ebenfalls für weitere Zinserhöhungen ausgesprochen.
Am Geldmarkt wird inzwischen fest mit weiteren Schritten nach oben von zusammen rund 60 Basispunkten in den kommenden Monaten gerechnet. Dabei werden Anhebungen um je 25 Basispunkte im Juni und Juli als sehr wahrscheinlich erachtet. Die EZB hat seit Juli 2022 die Schlüsselsätze in schnellem Tempo bereits sieben Mal um insgesamt 3,75 Prozentpunkte nach oben gesetzt. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder erhalten, liegt inzwischen bei 3,25 Prozent.