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Gemeinsam investierenAktienclubs in Deutschland

20.11.2006, 17:48 Uhr

In Aktienclubs investieren mehrere Menschen gemeinsam. Je nach Club gibt es ein oder mehrere Depots. Und je nach Club variieren auch die Anlagestrategien. Die Bandbreite ist groß: Vom kleinen Amateurclub bis zum professionell gemanageten Club mit 7.500 Mitgliedern.

Fritz Peter aus Spardorf bei Erlangen könnte es sich gemütlich machen. Schließlich ist er in Rente. Macht er aber nicht. Denn er hat ein aufwendiges Hobby – bei dem sich alles um Zahlen, Kurse und Geld dreht. Fritz Peter ist Mitbegründer des Aktienclub Eurowelt 2000:

„Wir haben eine einmalige Einlage von 2000 Euro und 50 Euro pro Monat. Aber wer möchte, der kann auch ein bisschen mehr einzahlen, um unser Vermögen zu erhöhen, damit wir mehr Spaß haben beim investieren.“

Um Spaß beim investieren geht es den knapp 30 Mitgliedern des Eurowelt 2000, die übrigens alle zwischen 60 und 80 Jahren alt sind und trotzdem locker mit Börse und Internet klar kommen. Hierzu Ricardo Fabris vom Aktienclub Eurowelt 2000:

Jeder von den Herren hat ein Spezialgebiet oder kennt irgendwo eine Internetseite, wo es tolle Tipps gibt. Und je mehr man fragt, desto mehr Tipps und Meinungen bekommt man.“

Rund 7.500 Mitglieder

Um Tipps und die richtige Meinung geht es auch den Anlegern des Itzehoher Aktienclubs, der sich selbst als größten Aktienclub Deutschlands bezeichnet. Los ging es vor acht Jahren. Heute sind es rund 7500 Mitglieder, die für die Leistungen des Clubs allerdings auch Managementgebühren und Ausgabeaufschläge zahlen müssen.

Doch riskante Zocker sind unter den Mitgliedern eher nicht vertreten, so Jörg Wiechmann vom Itzehoer Aktienclub :

„Das sind diejenigen, die das Geld haben und die sich für Aktien interessieren. Von der Altersgruppe eher so 50 und aufwärts. Und, weil wir eine konservative Strategie fahren, sind es eher nicht die Spekulanten, sondern die Langfristinvestoren.“

“Strategie der Qualitätsaktien”

Nicht mit dem Trend schwimmen – auf Mitgliederveranstaltungen versucht Jörg Wiechmann das zu vermitteln. Und das ist auch die oberste Anlageregel des Aktienclubs. Von den rund 60 Werten, mit denen man mal gestartet ist, sind heute noch rund 80 Prozent im Depot.:

„Wir setzen als Akteinclub auf Aktien. Aber auf globale Aktien, nicht nur aus Deutschland. Und wenn global dann auch Weltmarktführer. Wir nennen das eine Strategie der Qualitätsaktien, man findet bei uns Aktien wie Coca Cola, Microsoft, Nokia – Weltmarkführer aus allen Branchen.“

Mit dieser Strategie hat es der Itzehoer Aktienclub zu immerhin 25 Festangestellten gebracht. Und aus dem Startkapital von 25.000 Euro sind knapp 80 Millionen geworden. Von soviel Geld können die Erlanger nur träumen. Ihr Depot liegt aktuell bei 210.000 Euro.