Marktberichte

Der Kampf um die Marke Euro hat Teuerung eingepreist

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Wichtige Tage für den Euro

(Foto: REUTERS)

Am Devisenmarkt bestimmt Zurückhaltung lange Zeit das Bild. Die EZB-Sitzung wirft ihre Schatten voraus. Dann reagieren die Devisen auf die Eurozonen-Verbraucherpreise.

Trotz einer sinkenden Inflationsrate in der Währungsunion haben die Anleger am Dienstag beim Euro zugegriffen. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag zeitweise bei 1,3649 Dollar, ehe er sich am Abend bei 1,3625 Dollar einpendelte. Vor der Veröffentlichung der Verbraucherpreise hatte der Euro bei 1,3594 Dollar gelegen.

Die Inflationsrate in den 18 Staaten der Währungsunion sank im Mai auf 0,5 Prozent. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die EZB sei bereits eingepreist, sagten Händler. Nur eine noch niedrigere Inflationsrate hätte den Euro deutlich nach unten drücken können.

Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Donnerstag zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, liegt bei knapp zwei Prozent. Experten erwarten, dass die Notenbanker mit einer weiteren Senkung der bereits rekordniedrigen Zinsen einer Deflationsspirale aus fallenden Preisen und sinkender Nachfrage vorbeugen wollen.

Yen bleibt schwach

In Japan gab der Yen zum Dollar nochmals nach. Kostete der Dollar am Vortag im späten asiatischen Handel noch knapp über 102 Yen, müssen nun schon rund 102,30 Yen gezahlt werden.

Real-Verfall gestoppt

Derweil stoppte die Aussicht auf verstärkte Eingriffe der brasilianischen Notenbank in den Devisenmarkt den Kursverfall des Real. Ein Dollar notierte kaum verändert bei 2,2760 Real, nachdem er am Vortag um 1,6 Prozent zugelegt hatte.

Die Zentralbank kündigte an, die Zahl der angebotenen sogenannten Devisen-Swaps auf bis zu 10.000 verdoppeln zu wollen. Mit diesen Derivaten können sich Anleger gegen Wechselkurs-Verluste absichern.

Am Vortag hatten Spekulationen auf eine Verringerung des Swap-Angebots den Kursrutsch des Real ausgelöst. Er litt außerdem unter der gesenkten Prognose für das brasilianische Wirtschaftswachstum. Von der Notenbank befragte Volkswirte rechneten im Schnitt für 2014 nur noch mit einem Plus von 1,5 statt wie bisher mit 1,63 Prozent.

Aussie zieht an

Nach der Bestätigung des Leitzinsniveaus legte der Australische Dollar zu seinem US-Pendant leicht zu. Im Devisenhandel wird der Anstieg des "Aussie" mit der Eindeckung offener Leerverkaufspositionen erklärt. Diese seien zuvor im Zuge eines schwachen HSBC-Einkaufsmanagerindizes in China aufgebaut worden.

Der "Aussie" kletterte im Tageshoch bis auf 0,9275 US-Dollar, nachdem die australische Währung vor dem Notenbankentscheid mit 0,9242 US-Dollar umgegangen ist. Aktuell kostet ein Austral-Dollar 0,9264 US-Dollar. Analysten sehen den "Aussie" kurzfristig am Widerstand bei 0,9291 US-Dollar gedeckelt. Sollte diese Hürde allerdings genommen werden, sei der Weg bis 0,9320 US-Dollar frei.

Quelle: ntv.de, bad/jwu/dpa/rts/DJ

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