Wirtschaft
Mittwoch, 18. März 2009

105 Jahre Haft möglich: Madoff-Prüfer angeklagt

Im Madoff-Skandal hat die US-Staatsanwaltschaft erstmals auch einen Mitarbeiter des Milliardenbetrügers angeklagt. Dem Buchhalter David Friehling wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren Bilanzprüfungen vorgetäuscht zu haben. "Einfach gesagt, hat Friehling seine Arbeit nicht gemacht und Anleger und Regulierungsbehörden angelogen, er hätte sie getan", hieß es in einer Erklärung der New Yorker Staatsanwaltschaft. Friehling habe seine Lizenz praktisch an Madoff verkauft.

Der 49-jährige Buchhalter hatte sich den US-Behörden gestellt. Er wurde einem Richter vorgeführt und gegen eine Kaution von 2,5 Mio. US-Dollar auf freien Fuße gesetzt. Friehling droht eine Haftstrafe von bis zu 105 Jahren. Nach Erkenntnissen der Ermittler bekam er von Madoffs Firma zumindest in den Jahren 2004 bis 2007 zwischen 12 000 und 14 500 Dollar im Monat. Neben der Staatsanwaltschaft erhob auch die Finanzaufsicht SEC schwere Vorwürfe.

Madoff hatte sich im größten Betrugsfall in der Geschichte der Wall Street in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Der 70-jährige frühere Nasdaq-Chef räumte ein, über 20 Jahre hinweg ein gigantisches Schneeballsystem betrieben und so Tausende Anleger um bis zu 50 Mrd. US-Dollar geprellt zu haben. Madoff und seine Frau haben ihr Vermögen laut Gerichtsakten auf über 823 Mio. US-Dollar beziffert. Das Gericht will sein Urteil am 16. Juni verkünden. Madoff droht eine Strafe von insgesamt 150 Jahren Gefängnis.

Quelle: n-tv.de