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Die Chemie stimmt nicht Merck drosselt Produktion

Die Wirtschaftskrise trifft nun auch den Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hart. Im gewinnträchtigen Geschäft mit Flüssigkristallen und Effektpigmenten sei die Nachfrage stark geschrumpft. Grund sei die schlechte Lage in Branchen wie der Autoindustrie und der Unterhaltungselektronik, teilte Merck am Mittwoch in Darmstadt mit. Flüssigkristalle werden in Flachbildschirmen und Handy-Displays verwendet, Effektpigmente beispielsweise in Autolacken.

Der Konzern geht davon aus, im ersten Halbjahr 2009 die Produktion in mehreren Anlagen wochenlang zu drosseln. In den betroffenen Betrieben in Deutschland, Asien und den USA beschäftigt Merck rund 800 Mitarbeiter. In den Hauptstandorten Darmstadt und Gernsheim soll das Herunterfahren der Produktion durch Ausnutzen von Arbeitszeitkonten und Jahresurlaub geschehen. Zudem sollen Beschäftigte zeitweise in anderen Betrieben wie etwa der Pharmaproduktion arbeiten.

Anleger erwischte die Ankündigung von Merck kalt. Die Merck-Aktie reagierte mit einem rapiden Kursverfall und war mit einem Minus von bis zu sieben Prozent zeitweise stärkster Verlierer im Dax.

Der rapide Wirtschaftseinbruch infolge der Finanzkrise macht der Chemiebranche weltweit zu schaffen. Branchenprimus BASF etwa will wegen des Nachfrageschwunds weltweit rund 80 Anlagen vorübergehend stilllegen, die Produktion in weiteren 100 drosseln und hat auch Kurzarbeit nicht ausgeschlossen. Bayer plant für das kommende Jahr Kurzarbeit in seinem Kunststoffgeschäft. Die großen US-Wettbewerber DuPont und Dow Chemical haben den Abbau von Tausenden Stellen angekündigt.

Quelle: ntv.de