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Man trennt sich Siemens von Infineon

Der Münchener Technologiekonzern Siemens hat Händlern zufolge seine restlichen Anteile am Chip-Hersteller Infineon zum Preis von 8,40 Euro je Aktie verkauft. Die Platzierung sei abgeschlossen, fügten Börsianer hinzu.

Die Investmentbank Goldman Sachs hatte am Vorabend angekündigt, die rund 136,3 Mio. Infineon-Papiere im Siemens-Besitz verkaufen zu wollen. Bei einem Platzierungspreis von 8,40 Euro wäre das Paket rund 1,1 Mrd. Euro wert.

Das verkaufte Paket entspricht exakt dem Anteil von 18,23 Prozent, den Siemens noch an der ehemaligen Halbleiter-Tochter hielt. Gründe für den im Zeitpunkt überraschenden Schritt nannte Siemens nicht.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte bei der Hauptversammlung im Januar einen Verkauf der restlichen Infineon-Anteile nicht ausgeschlossen, sich aber auf einen Zeitpunkt nicht festlegen wollen.

Siemens nutzt mit dem Verkauf den rasanten Kursanstieg der Infineon-Aktie, die am Donnerstag zeitweise erstmals wieder über neun Euro gestiegen war und mit einem Kursplus von zehn Prozent so teuer war wie seit November 2004 nicht mehr. Die Papiere des vor der Aufspaltung stehenden Münchener Chipkonzerns waren mit einem Tagesumsatz von 38 Millionen Aktien die meistgehandelten Titel im Dax. Händler führten den Kurssprung auf charttechnische Kaufsignale zurück. Infineon will die Speicherchip-Sparte noch im ersten Halbjahr abspalten und anschließend getrennt -wohl in Asien -an die Börse bringen.

Gefallener Börsenstar

Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer und sein Finanzchef Neubürger hatten die Chip-Tochter wegen deren extrem zyklischem Geschäft 1999 abgespalten und im Frühjahr 2000 unter dem Kunstnamen Infineon an die Börse gebracht. Im Börsenboom verdoppelten sie ihren Wert gleich am ersten Handelstag auf 70 Euro. In der Krise der Chipbranche verlor die Aktie aber nach und nach an Boden.

Seitdem hat Siemens seine Anteile schrittweise verringert. Im Dezember 2001 trennte sich Siemens von der Mehrheit an dem einstigen Börsenstar. Im Januar 2004 reduzierte der Konzern seinen Anteil auf den zuletzt gehaltenen Prozentsatz. Im April 2005 sank die Infineon-Aktie auf 6,40 Euro.

Nach Siemens war zuletzt der Finanzinvestor Capital Group mit zehn Prozent der Infineon-Anteile größter Einzelaktionär. Die Investmentfirma Brandes hatte vor einer Woche einen Anteil von 5,13 Prozent gemeldet. Beide Aktienpakete gelten aber als Streubesitz.

Quelle: n-tv.de