StichwortRibosomen
Erst die Eiweiß-Fabriken der Zelle, die Ribosomen, machen aus dem genetischen Code die Bausteine des Lebens. Die aus rund 3,2 Milliarden chemischen Bausteinen zusammengesetzte Erbinformation (DNA, Desoxyribonukleinsäure) ist im Zellkern gelagert. Wenn eines der rund 25.000 Gene darauf abgelesen wird, fertigt die Zelle eine chemische Abschrift aus RNA (Ribonukleinsäure). Nur diese "Blaupause" verlässt den Zellkern. Außerhalb trifft sie auf die die Ribosomen. Jede Zelle besitzt zahlreiche dieser Proteinfabriken.
Dies sind riesige Komplexe, die selbst unter anderem aus zahlreichen Proteinen aufgebaut sind. Ribosomen lesen die RNA- Blaupause wie einen Lochstreifen nach und nach ein und fügen daraufhin Stück für Stück das darin codierte Protein (Eiweiß) aus einzelnen Aminosäuren zusammen. Erst diese Proteine sind die universellen Werkzeuge des Lebens: Sie bauen die Muskeln auf, transportieren Sauerstoff, spalten die Nahrung auf, dienen als Botenstoffe, formen Haut und Haare sowie neue Ribosomen.
Die Größe der Ribosomen ist für die Arbeit im Labor eine besondere Herausforderung. Es ist schwer, sie im Labor zu Kristallen zusammenzulagern, um mit Röntgenstrahlen den inneren Aufbau bis ins kleinste Detail klären zu können. Auch hierbei haben die diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger entscheidende Fortschritte möglich gemacht.