Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 2 Schrumpfen wir im Laufe des Tages?

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(Foto: picture-alliance/ ZB)

Meine neue Freundin behauptet, ich würde abends ein wenig kleiner sein als morgens. Kann das sein? (fragt Torsten Braunschweig aus Hamburg)

Dirk Nowitzki ist 2,13 Meter groß. Jedenfalls wenn er morgens aufsteht. Abends sind es nur noch 2,10 Meter. Denn es ist tatsächlich kein Gerücht: Die Größe eines Menschen verändert sich zwischen Morgen und Abend, er schrumpft. Im Schnitt um 1,5 bis 2 Zentimeter. Bei Bürohengsten, die den ganzen Tag sitzen, können es auch schon mal 2,5 Zentimeter sein.

Der Grund liegt im Aufbau der Wirbelsäule, sagt Prof. Raimund Firsching. Zwischen den Wirbeln liegen wie Stoßdämpfer die mehrere Zentimeter dicken Bandscheiben. "Die Bandscheiben des Menschen an der Hals- Brust- und Lendenwirbelsäule bestehen zu einem bestimmten Anteil aus Wasser, welches innerhalb des Knorpelgewebes liegt", erläutert der Leiter der Klinik für Neurochirurgie der Universität Magdeburg. Bei jedem Schritt, beim Schleppen von Wasserkisten, beim Rad- oder Autofahren und sogar, wenn wir ruhig sitzen, werden sie kräftig gestaucht. Die Folge: Der hohe Druck auf die Bandscheiben quetscht Flüssigkeit aus den Wirbelzwischenräumen, sie flachen im Laufe des Tages leicht ab. Bei 23 Bandscheiben kann sich das auf drei Zentimeter summieren.

Glücklicherweise regenerieren sich die Bandscheiben in der Nacht aber wieder, indem sie Flüssigkeit aus ihrer Umgebung aufsaugen, die Wirbelsäule dehnt sich und wir wachsen wieder - und haben, wenn alles gut geklappt hat, am Morgen wieder unsere Maximalgröße erreicht.

Doch nicht zu früh freuen. "Im Laufe des Lebens bildet sich der Wassergehalt des Knorpelgewebes zurück und die Bandscheiben werden schmaler. Daher wird der Abstand zwischen den einzelnen Wirbeln dauerhaft geringer und die Gesamtlänge des Körpers nimmt ab", berichtet Prof. Firsching. "Zusätzlich kommt es mit höherem Alter zu einer zunehmenden Verkrümmung der Wirbelsäule - "Witwenbuckel" -, die durch Knochenschwund verstärkt wird. Man geht "unter der Last des Alters gebeugt". Diese Erscheinungen sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt, allerdings wird jeder mit zunehmendem Alter mindestens ein wenig kleiner."

Quelle: n-tv.de